Die Beete werden GRÜNER

Unser Antrag zur artenreicheren und ökologisch wertvolleren Gestaltung öffentlicher Grünflächen findet breite Zustimmung

Bereits vor der Sommerpause hatte die Fraktion von Bündnis 90/Die GRÜNEN einen Antrag zur artenreicheren und ökologisch wertvolleren Gestaltung der öffentlichen Grünflächen eingebracht, welcher nun in der Gemeinderatssitzung vom 24.9.2020 behandelt wurde. Nach Vorstellung des Antrags durch Gemeinderätin Rebecca Opluschtil und lebhafter Diskussion im Rat wurde der Antrag angenommen und mit 2 Gegenstimmen und 4 Enthaltungen verabschiedet.

In der Sitzung wurde der Antrag von Bauhofleiter Uwe Geiser und der Umweltbeauftragten Jasmin Weishäupl positiv bewertet und begrüßt.

Bei der Vorstellung des Antrags warb Rebecca Opluschtil für die Fraktion der GRÜNEN neben den schon im Antrag angeführten ökologischen und mikroklimatischen auch mit ästhetischen und ökonomischen Gründen dafür, den Antrag anzunehmen. Eine mehrjährige und standortgerechte Bepflanzung sei nicht nur nachhaltiger, sondern erleichtere auch dem Bauhof die Arbeit und sei weniger pflege- und kostenintensiv. Die Gemeinde solle mit „Vorbild vorangehen“ und bei der (Neu)Gestaltung der öffentlichen Grünflächen die im Antrag genannten Maßnahmen umsetzen. Dies solle sukzessive geschehen. Sie warb dafür, ein „commitment“, eine von Herzen kommende Selbstverpflichtung, abzugeben, dass Mühlhausen seinen Teil für eine artenreichere und ökologisch wertvollere Umwelt in den öffentlichen Grünflächen im Ort und auf Mühlhäuser Gemarkung leisten wolle.

Hierzu gilt es nochmals anzumerken, dass der Inhalt unseres Antrags zur artenreicheren und ökologisch wertvolleren Gestaltung öffentlicher Grünflächen über die Änderungen in der am 22.7.2020 verabschiedeten Novelle des Naturschutzgesetzes Baden-Württemberg hinausgeht. Er benennt klare Handlungsfelder und konkrete Maßnahmen für die Umsetzung. Mühlhausen geht hier also einen Schritt weiter als das Landesrecht und wird so zum Vorbild für alle Bürger/-innen bei der Gestaltung von Grünflächen und gibt damit ein klares „commitment“ für Umwelt und Natur ab.

Was waren die Inhalte des Antrags?

Die Fraktion von Bündnis 90/Die GRÜNEN stellte den Antrag zur artenreicheren und ökologisch wertvolleren Gestaltung öffentlicher Grünflächen im Ort und auf Mühlhäuser Gemarkung, insbesondere bei der Bepflanzung von Verkehrsinseln, der Gestaltung kommunaler Beete und bei der Begrünung von Randstreifen.

Die Verwaltung wurde beauftragt

  • Verkehrsinseln und kommunale Beete mit heimischen Pflanzen und Gehölzen, d.h. z.B. mit Wildstauden, zu bepflanzen und weitgehend auf Ziersträucher zu verzichten.
  • beim Anlegen der Beete auf den Einsatz von flächig aufgebrachten Steinen als Bodenbelag zu verzichten.
  • geeignetes Saat- und Pflanzgut zu verwenden, welches standortgerecht und heimisch ist. Nach Möglichkeit sollte dieses mehrjährig sein.
  • den vorhandenen Etat für solche Vorhaben zu nutzen und in die öffentlichen Grünflächen zu investieren.
  • Fördermaßnahmen zur finanziellen Unterstützung zu prüfen und zu nutzen.

Begründung des Antrags:

  • Grünflächen erhöhen die Lebensqualität und verbessern das Klima in Städten und Dörfern. Selbst kleine Flächen wie begrünte Randstreifen und bepflanzte Verkehrsinseln tragen dazu bei.
  • Grünflächen filtern Staub und Lärm.
  • Heimische Pflanzenarten (z.B. Wildstauden) bilden einen Lebensraum für Tiere.
  • Grünflächen sind wichtig für den Grundwasserhaushalt und dämpfen Temperaturschwankungen an besonders heißen Tagen.
  • Die Bepflanzung mit einheimischen, standortgeeigneten und möglichst mehrjährigen Pflanzen und Gehölzen ist weniger pflege- und kostenintensiv.

Wie könnten solche Grünanlagen aussehen?

Der örtliche Bauhof hat schon einige Ideen und Konzepte zur Ausgestaltung der Grünanlagen nach den genannten Prinzipien gesammelt und an manchen Standorten bereits ausprobiert.

Weitere Informationen und Ideen finden sich u.a. auf der Homepage des im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit geförderten Projekts „Stadtgrün“,

https://www.stadtgruen-naturnah.de/home/

(OR)

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