Entscheidung über den Klimanotstand im Rhein-Neckar-Kreis vertagt

Bei der Sitzung des Kreistags Rhein-Neckar in Ketsch am 28. Juli stand der Antrag der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen auf Feststellung des Klimanotstandes auf der Tagesordnung. Die CDU Fraktion beantragt Vertagung, was nach einer kurzen Debatte eine Mehrheit der Delegierten gegen die Stimmen der antragsstellenden Fraktion unterstützt. Zumindest ist die Sache nicht vom Tisch, und die Rede des grünen Kreistagsabgeordneten Stefan Geissler hatte es in sich (siehe hier). Wir dürfen gespannt sein.

Aktuell werden wir als Grüne Fraktion auf die Fortschreibung des Klimakonzeptes des Kreises vertröstet. Es zeichnet sich aber bereits ab, dass es von Seiten des Landrats Widerstand gibt, irgendwelche Ziele in den Plan aufzunehmen, die über die kreiseigenen Liegenschaften und Betriebe hinausgehen. Diese machen ca. 0,4% des aktuellen Verbrauchs im Kreis aus.

Fakt ist, dass der Rhein-Neckar-Kreis in den letzten Jahren praktisch keinerlei Fortschritte im Bereich CO2-Ausstoß oder dem Ausbau der erneuerbaren Energien gemacht hat. Die aktuellen Zahlen des Kreises (letzte Daten für 2017) sind meilenweit von der Erfüllung der Vorgaben des Pariser Abkommens und selbstgesteckten Zielen entfernt und liegen seit 2010 annähernd konstant bei knapp unter 5 Millionen Tonnen CO2 . Wenn man sich den Energieverbrauch nach Energieträgern anschaut, wird deutlich, dass der Anteil der erneuerbaren Energien seit 2010 nur von 3,9 auf 4,3 % in 2017 erhöht hat.

Energieverbrauch im Rhein-Neckar-Kreis nach Energieträgern

Verwandte Artikel