Fragen und Antworten zur Corona-Warn-App

Zu einem wichtigen Baustein bei der Bekämpfung von COVID-19 entwickelt sich die „Corona-Warn-App“. Diese wurde, Stand Montag, bereits 14 Millionen Mal für iOS und Android Smartphones heruntergeladen.

Das entspricht einer ungefähren Durchdringung von 16,83 Prozent der Einwohner in Deutschland. Laut verschiedenen Modellrechnungen fängt die App an „zu wirken“ wenn mehr als 15% der Bevölkerung mitmachen.  Bei einer Durchdringung von ca. 60% könnte laut einer Studie der Universität Oxford die Corona-Epidemie sogar gestoppt werden.

Dennoch hört man in Gesprächen immer wieder Vorbehalte und gar Falschinformatien, welche gegen die Nutzung der App angeführt werden.

Besonders häufig werden dabei die beiden Begriffe „Tracking“ und „Tracing“ gleichgesetzt, die der App das Sammeln von persönlichen Daten oder gar eine Überwachung unterstellt.

„Tracking“ bedeutet ein Verfolgen oder Orten von Nutzern („Bewegungsmuster). Hierzu kommen in der IT sogenannte „Tracking Algorithmen“ zur Anwendung. Ein Beispiel aus dem Alltag sind z.B. Fitnessuhren, die Ihre Laufstrecke mitschreiben.
Unter „Tracing“ wird wissenschaftlich die Nachverfolgung von Infektionsketten bezeichnet. Sprich „wer hat wen infiziert“ und „wer stand mit einer infizierten Person in Kontakt“.

Mittels „Tracing“ lässt sich also die Ausbreitung eines Virus nachvollziehen und es hilft notwendige Maßnahme zur Eindämmung besser zu koordinieren.

„Tracing“ benötig aber kein „Tracking“.  Diesen Grundsatz berücksichtigten auch die SAP und Telekom bei der App-Entwicklung.

Immer wenn Sie einem anderen Nutzer der App begegnen, tauschen Ihre Smartphones automatisch verschlüsselte Zufallscodes aus. Dafür wird die Bluetooth Technologie der Klasse 3 oder 2 genutzt, was einer Reichweite von 1 bis max. 10 m entspricht.

Diese Zufallscodes beinhalten lediglich die Information, dass sich zwei Menschen begegnet sind, wie lange das dauerte und wie groß etwa der Abstand war.

Zufallscodes oder App verraten aber weder Namen noch Standort des Benutzers. Nach 14 Tagen werden die Codes wieder automatisch vom Smartphone gelöscht; sie können aber auch jederzeit vom Benutzer selbst entfernt werden (Funktion „Kontaktprotokoll löschen“ in den App-Einstellungen).

Hat sich ein Nutzer nachweislich infiziert, entscheidet er selbst, ob er die Infektion über die App meldet. Um einen positiven Test zu melden, wird ein von einem Testlabor generierter QR-Code verwendet. Für das Einscannen der QR-Codes muss die App die Kamera des Handys verwenden. Erst dann werden die Zufalls-Codes der infizierten Person freigegeben und an die anderen App-Nutzer übertragen. Deren Handy prüft nun, ob es diesen Zufallscode der infizierten Person kennt und informiert sie, dass sie Kontakt zu ihm hatten. Gleichzeitig gibt ihnen die App konkrete Handlungsempfehlungen. Sie bleiben dabei jederzeit anonym und es werden auch keine Daten an die Gesundheitsämter übermittelt.

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