Update: Klimaschutzkonzept für den Rhein-Neckar-Kreis

Der Rhein-Neckar-Kreis plant die Reduktion der Treibhausgasemissionen auf null bis 2040. So steht es in der neuesten Version des Klimaschutzkonzeptes, dessen ursprüngliche Version aus dem Jahr 2013 stammt. Einstimmig wurde nun auf der Sitzung des Rhein-Neckar-Kreistags in Sinsheim am 15. Dezember 2020 die Offenlegung des Entwurfs zum neuen  Klimaschutzkonzept beschlossen. In diesem Konzept setzt sich der Kreis zumindest implizit das Ziel, die gesamten Treibhausgasemissionen im Rhein-Neckar-Kreis bis 2040 auf null herunterzufahren. Leider ist diese Aussage nur indirekt in einer Grafik enthalten. Dazu, wie, in welchen Schritten und wo im Kreis die dazu nötige Nutzung der Erneuerbaren Energien ausgebaut werden kann, soll nun rasch eine detaillierte Studie erstellt werden. Parallel dazu ist nun die Öffentlichkeit eingeladen, ihre eigenen Vorschläge einzubringen, wie sie sich einen Klimaschutz hier vor Ort wünscht.

Leider hat es bis Mitte März gedauert, bis das neue Klimaschutzkonzept online gestellt wurde und die Bürgerbeteiligung (Link) möglich wurde.  Aber jetzt ist es soweit und wir bitten alle, sich noch bis zum 25. April zu beteiligen indem ihr einen neuen Vorschlag macht, oder existierende Vorschläge bewertet. Besonders wichtig ist aus unserer Sicht einen festen Zeitpunkt für die Klimaneutralität des gesamten Kreise als explizites Ziel festzulegen.

Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung!

„Das ist ein wichtiger erster Schritt in die richtige Richtung!“, freut sich Grünen-Kreisrat Stefan Geißler. „Dass bei diesem wichtigen Thema nun ein so breiter Konsens im Rat und in der Verwaltung herrscht, ist eine sehr gute Nachricht für den Klimaschutz: In diesem Geiste können nun auch die konkreten Maßnahmen zur Umsetzung beschlossen und angegangen werden.“ Beharrlich hätten die Grünen über Monate für eine andere Gangart bei dem Thema argumentiert. So wurden auf ihre Anregung Exkursionen zu Modellregionen im Land durchgeführt, in denen längst erfolgreich die Energiewende praktiziert wird und damit auch wirtschaftlich große Erfolge erzielt werden. In interfraktionellen Videokonferenzen mit Wissenschaftler/innen wurden Belege geliefert, dass eine 100%ige Versorgung mit Erneuerbaren Energien denkbar und realistisch ist. „Ein Stückweit hat die Kreisrätinnen und Kreisräte wohl auch unser Hinweis bei der Ehre gepackt, dass der Rhein-Neckar-Kreis derzeit bei den Erneuerbaren Energien im Vergleich der Landkreise in Baden-Württemberg nachweisbar derzeit noch alles andere als ein Vorreiter ist, sondern im Gegenteil einen riesigen Rückstand gegenüber den aktiveren Regionen im Ländle aufzuholen hat.“, kommentiert Geißler.

Null Treibhausgasemissionen bis 2040 im gesamten Kreis!

Unscheinbar auf Seite 61 des Entwurfs versteckt sich die Zeitenwende im Rhein-Neckar-Klimaschutz: Ausgehend von dem derzeitigen Niveau von circa 45 Millionen Tonnen CO2-Ausstoß im Kreis pro Jahr skizziert das Papier einen Pfad, der kurz vor 2040 bei Null angelangt. Mit diesem mutigen Plan lässt der Rhein-Neckar-Kreis die derzeitigen Ziele des Landes Baden-Württemberg ebenso hinter sich wie die Deutschlands oder der EU. Zwar gilt nach wie vor, dass auch damit der Kreis ebenso wenig direkt in die Heizungskeller der Menschen hineinregieren kann, wie das Land oder der Bund, aber das ambitionierte Ziel drückt dennoch ein stückweit die Selbstverpflichtung des Landkreises und der Rätinnen und Räte aus, es nun ernst zu meinen mit dem Tempowechsel im Klimaschutz.

Nun also kommt endlich Bewegung in die Sache: Eine Potenzialanalyse über die verfügbaren Mengen an Energien aus Wind, Sonne, Biomasse, Wasser und Geothermie sowie das Potenzial der ebenso notwendigen Einsparung von Energie soll nun umgehend in Angriff genommen werden. Und bei der Frage, wo und wie diese genutzt werden sollen, ist die Bevölkerung ab Anfang Januar für sechs Wochen eingeladen, ihre Sicht in die Diskussion einzubringen. „Denn bislang steht dieses an sich begrüßenswerte Ziel – klimaneutral bis 2040 – noch recht einsam im derzeit vorliegenden Entwurf: Noch gibt es keine Details, wie der dafür nötige Umbau auszusehen habe. Hier müssen jetzt rasch Nägel mit Köpfen gemacht werden!“, so Jochen Schwarz, der für die Grünen im eigens eingerichteten Klima-Lenkungskreis des Kreises mitarbeitet.

Praktisch im Konsens setzt der Kreistag also nun die Segel hin zu einem Umbau des derzeitigen und nicht länger hinnehmbaren Energiesystems. „Die erkennbaren Folgen des Klimawandels zeigen auf, dass es weiterer Anstrengungen bei der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen bedarf.“, stellt Landrat Stefan Dallinger im Vorwort des Konzeptentwurfs klar. „Klimaschutz ist Herausforderung und Chance zugleich.“

Beteiligung der Öffentlichkeit seit Mitte März

Die Beteiligung der Öffentlichkeit ist über die Internetplattform des Kreises unter https://www.rhein-neckar-kreis.de/start/aktuelles/online-buergerbeteiligung+zum+klimaschutzkonzept.html möglich, wo sich Bürger/innen nach Anmeldung zu Wort melden können. Achtung: Die Beteiligung ist voraussichtlich nur noch bis einschließlich 25. April möglich! Daher nicht lange warten!

Eine Erläuterung, worum es nun geht, haben die Kreis-Grünen unter hier ins Netz gestellt:
https://www.youtube.com/watch?v=3Ys3173YDuo (6:30 min)
https://www.youtube.com/watch?v=WIuomri0Kz0 (25:45 min)

Für die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen im Kreistag Rhein-Neckar

Oliver Nürnberg, Stefan Geißler.

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